Teddy Spielzeug Plüschtier

Wo kann man gebrauchtes Spielzeug spenden?

Manche Kinderzimmer platzen aus allen Nähten: Den lieben Kleinen wurde nicht nur von Mama und Papa, sondern auch von Omas, Opas, Tanten und Onkeln jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Nun türmen sich Puppen und Teddybären, verschiedene Sets von Bausteinen, Holzschienen für die Eisenbahn, vielleicht auch noch etliche Schachteln mit Brettspielen. Dass Computerspiele heutzutage – oft viel zu früh- in die Kinderzimmer Einzug halten, steht leider außer Frage

Unsere Kinder haben alles – oder?

An Spielzeug mangelt es den Kindern in unserer Wohlstands- und Wegwerfgesellschaft nicht.

Trotzdem sind sie oft unzufrieden und unausgeglichen, denn weniger wäre oftmals mehr! Vielen Wohlstandskindern fehlt in ihren überfüllten Kinderzimmern Ruhe, Ordnung und schlichtweg der Überblick – vor allem aber Ansprache und Gemeinschaft.

Im ganzen Jahr gibt es Anlässe und Möglichkeiten, – gemeinsam mit dem Kind- die Spielsachen durchzusehen und auszumisten. Es muss nicht immer ein „Platz machen für Neues “ sein – denn dann ist das Zimmer gleich wieder voll bis nach oben. Platz zu machen für gemeinsames Erleben, gemeinsame Zeit und gemeinsame Aktivitäten ist noch viel wichtiger!

Spielzeug ausmisten – Die Taktik

Es ist sicherlich keine leichte Aufgabe gemeinsam mit einem kleineren Kind auszumustern, aber es erspart hinterher Tränen und Wut. Beginnen Sie eine solche Aktion nur dann, wenn Sie für Diskussionen Zeit haben. Welches Spielzeug nicht mehr gebraucht wird, weiß Ihr Kind am besten. Eltern sehen das vielleicht etwas anders. Wenn das Kind schon alt genug ist, wird es auch gut verstehen können, dass andere Kinder keine Spielsachen haben und dass es deshalb eine gute Idee ist, etwas vom eigenen Überfluss abzugeben.

Es wird verständnisvoll reagieren, wenn Sie ihm sagen, dass der Kasperl, der nun schon lange unter einer dicken Staubschicht im obersten Regal schläft, sich über ein Zuhause bei einem Kind, das mit ihm spielt, freuen wird.

Ist das Spielzeug erst einmal ausgemustert, wird alles kontrolliert:

  • Hat Teddy noch zwei Augen und auch noch beide Ohren?
  • Hängt ein Arm herunter oder hat er Löcher?

Sind die Spielkarten vollständig und sieht alles nett und sauber aus?
Dann darf das Kind selbst eine Kiste packen, über die sich ein anderes Kind freuen wird, das keinen Teddy, keine Eisenbahn und kein Puppengeschirr besitzt. Ihr Kind wird lernen, dass es Freude bereitet, wenn man anderen Freude schenkt.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, gebrauchtes Spielzeug abzugeben.

Auf direktem Weg kann man sich bei lokalen Einrichtungen, wie Sozialmärkten, Kleiderkammern, dem Frauenhaus oder der Pfarre erkundigen, was benötigt wird. Auch die Kinderstation des Spitals freut sich meist über Spielzeug. Hier kann man die Sachen persönlich bringen. Oder Sie fragen bei der Feuerwehr, ob es in der letzten Zeit eine Familie gab, die ihr Hab und Gut verlor. Aus Datenschutzgründen werden Sie zwar nicht Namen und Adresse erhalten, aber vielleicht spielt die Feuerwehr den Überbringer.

Man erlebt so zwar vielleicht nicht direkt die Freude des beschenkten Kindes, aber jener, die die Gaben verteilen.
Auch die SOS-Kinderdörfer freuen sich über Sachspenden in Form von Spielwaren.

In Notunterkünften für Flüchtlingsfamilien werden Kuscheltiere für die traumatisierten Kinder meist dringend benötigt.

OXFAM

Diese Organisation hat ihren Sitz in Großbritannien. Seit 1942 bemühen sich die Mitglieder von OXFAM darum, dass die Chancen auf Nahrung und Kleidung gleichmäßiger verteilt werden. In speziellen Second Hand- Läden werden gespendete Gegenstände günstig verkauft. Besonders auch nach Katastrophen steht OXFAM den Betroffenen helfend zur Seite. Sie stellen sauberes Trinkwasser bereit und entsorgen Abwässer. Natürlich wird auch versucht, die durch ein Unglück verschwundenen Spielsachen so gut als möglich zu ersetzen.

AWO

Die Arbeiterwohlfahrt sammelt ebenfalls Spielzeug. Neben der Betreuung behinderter, alter und kranker Menschen, betreibt die Arbeiterwohlfahrt auch eine Kindertagesstätte und Schulen. Der Verein ist als gemeinnützig eingetragen.
In manchen Gegenden kooperieren Altstoffsammelzentren beispielsweise mit einer ebenfalls gemeinnützigen Tochter des AWO, der dobeg GmbH., und sammeln gut erhaltene Spielwaren für bedürftige Familien.

Tafel

In Kooperation mit dem RTL sammeln die Tafeln jährlich Weihnachtsgeschenke für die Kinder ihrer Kunden.
Plüschtiere sind hier allerdings nicht erwünscht. Auch für das Kantenmaß des Kartons gibt es genaue Vorgaben: Länge plus Breite plus Höhe sollen gemeinsam nicht mehr als 300cm ausmachen. Es wird gebeten, das Spielzeug gut gepolstert für den Transport zu verpacken.
https://www.tafel.de/ueber-uns/aktuelle-meldungen/2011/jetzt-gebrauchtes-spielzeug-sammeln/

Flutkatastrophe Kreis Ahrweiler

Eine besondere Aktion hat Doris Hermann nach der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler ins Leben gerufen. Viele Kinder haben ihr heißgeliebtes Kuscheltier – und damit oft ihren besten Freund – durch das Hochwasser verloren. „Schnuffi und Co. sehnlichst vermisst – Kuscheltiersuche nach der Flut“ soll hier ein wenig helfen. Für die verlorenen Plüschtiere werden Doppelgänger oder zumindest sehr ähnliche Stofftiere gesucht. Sie werden an die verwaisten Plüschtiermamas und – Papas geschickt, um den Verlust ein wenig zu lindern.
https://www.facebook.com/groups/kuscheltiersuche/

ADRA – Kinder helfen Kindern“

Die Organisation „ADRA Deutschland e.V.“ sammelt jedes Jahr zur Weihnachtszeit unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“ Spielsachen für Kinder aus osteuropäischen Ländern. In den Päckchen finden die Beschenkten Schulsachen, Spiele und Kuscheltiere.
https://adra.de/aktion-kinder-helfen-kindern/


Fazit

Es mag zwar schwer fallen, sich von seinen Besitztümern zu trennen. Im Grunde ist es aber eine wichtige Erfahrung für Kinder, dass sie mit dem, was sie haben, auch anderen eine Freude bereiten können. Natürlich braucht Ihr Kind beim Ausmustern eine geduldige, einfühlsame Begleitung. Es wäre zumindest in jungen Jahren heillos überfordert, wenn es ganz alleine entscheiden müsste, was es behalten oder her schenken möchte.

Wichtig ist für die begleitende Person, dass sie dem Kind keine Worte und Meinungen in den Mund legt. Zuhören und nachfragen sind die besseren Mittel, um dem Kind dabei zu helfen, selbst herauszufinden, was es hergeben möchte.

Weiters ist wichtig, dass nicht die Meinung „Das ist kaputt, das gebe ich her“ im Raum stehen bleibt. Das Kind soll sich in die Lage des Beschenkten versetzen lernen und sich fragen, ob es sich über dieses oder jenes auch freuen würde – oder ob das Spielzeug kaputt oder unvollständig ist.

Es hängt sehr vom Wesen des Kindes und dem Geschick der begleitenden Person ab, ob ein solches Unterfangen zur nervlichen Zerreißprobe wird. Im Hinblick auf ein nahendes Fest, vielleicht mit der passenden Dekoration und einer stärkenden Jause vor dem Event des Ausmusterns, lässt sich das Kind gedanklich dort abholen, wo es gerade ist. Vielleicht bringt auch – je nach Jahreszeit – ein kurzes Märchen über die Vorbereitungen von Osterhasen, Weihnachts- oder Geburtstagswichteln das Kind in die richtige Stimmung. Größere Kinder mögen vielleicht passende Musik im Hintergrund oder gestalten das Päckchen machen als kleine Feier mit Freunden.

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Anmerkung: Aufgrund der derzeitigen Corona- Hygienebestimmungen werden Plüschtiere von manchen Stellen nicht gerne angenommen.