FSC zertifiziertes Holz

Was bedeutet FSC zertifiziertes Holz?

Auf Kinderspielzeug und anderen Holzerzeugnissen klebt manchmal ein FSC- Siegel.
Was bedeutet das?

Was ist das FSC und wie ist seine Entstehungsgeschichte?

FSC steht für Forest Stewardship Council. Es ist also ein Zusammenschluss jener, die Verantwortung für die Wälder tragen und zeigen wollen.

Gegründet wurde diese Versammlung 1993. Das Zentrum ist heute in Bonn. Allerdings war das nicht immer so, denn gegründet wurde das Unternehmen in Toronto in Kanada.

Maßgeblich dazu beigetragen haben Organisationen wie WWF und Greenpeace. Auch Vertreter der indigenen Völkerarbeiteten an der Konsensfindung zu den Regelungen mit. Ihnen liegt die Erhaltung der Wälder ganz besonders am Herzen. Aus den sehr ähnlichen oder gleichen Vorstellungen aller Versammelter zum Thema Wälderschutz kristallisierten sich dann die Richtlinien des heutigen FSC heraus. Das erste Büro des FSC war in Oaxaca in Mexico. Dort wurde der FSC auch im Februar 1996 erstmals als Verein registriert. Erst seit 2003 ist Bonn der Sitz des Unternehmens.

Einerseits wird das FSC als Non Profit Organisation bezeichnet, andererseits macht es einen nicht unbedeutenden Umsatz vor allem durch Lizenzen. Im deutschen Handelsregister ist das FSC als GmbH eingetragen. Außerdem wird es nicht als gemeinnützig anerkannt.
Trotzdem hat das FSC zur Erhaltung und zum Schutz der Wälder ein System auf die Beine gestellt, das nachhaltiger Waldwirtschaft ein Zertifikat ausstellt und die so entstandenen Produkte umso mehr wertschätzt. FSC bezeichnet also nicht nur das Kollegium, sondern auch das Gütezeichen selbst sowie das System der Zertifizierung.

Die Konkurrenz

Nicht alle waren von diesen neuen Regelungen und Richtlinien begeistert. Es bildeten sich Gruppen, die eigene Prüf- und Gütesiegel entwickelten. Hierbei gibt es zwei verschiedene Ansätze. Zum einen sind es Zertifizierungsinstitutionen, die um ihre Kunden kämpfen, um möglichst weit verbreitet zu sein. Außerdem verdient die Organisation zumindest im Falle des FSC an den vergebenen Lizenzen. Zum anderen gibt es eine Rivalität von Gütesiegel gegen Gütesiegel. Schließlich möchte jedes zertifizierte Unternehmen und auch der Zusammenschluss aller Unternehmen unter dem selben Gütesiegel, die Kunden für sich gewinnen. Besonders begehrt sind jene Verbraucher, die derzeit noch überhaupt nicht auf Zertifikate achten.

Was will das FSC?

Im Grunde versucht das FSC die Wälder trotz der Holznutzung zu schützen. Eine nachhaltige Bewirtschaftung ist dabei unumgänglich. Nachhaltigkeit bedeutet im Hinblick auf Forstwirtschaft, dass der Wald zwar genutzt werden kann. Es muss aber immer darauf geachtet werden, dass genügend Bäume nachwachsen. Außerdem ist die Art der Holzernte ein Faktor, der die Nachhaltigkeit beeinflusst. Werden mit dem Harvester große Flächen abgeholzt und der Boden verwüstet und verdichtet, ändert sich die Waldlandschaft grundlegend. Eine neue Aufforstung wird dann anders wachsen, als wenn einzelne Bäume aus dem Bestand gefällt werden.

Allerdings werden auch Aspekte der Wirtschaftlichkeit betrachtet. Die Holzernte mit dem Harvester ist für die Waldarbeiter leichter, geht schneller und die Stämme werden im Ganzen abtransportiert. Das Unfallrisiko ist beim Schlägern von Baumriesen mit Hilfe von Maschinen und Kranwagen auch ungefährlicher als von Hand.

Wie kommt man als Waldbewirtschafter nun zu einer FSC- Zertifizierung?

FSC hat einen Katalog von zehn Punkten erstellt, die ein Forstbetrieb auf jeden Fall erfüllen muss, um eine Chance auf das Gütesiegel zu bekommen. Dieser Katalog gilt für alle beteiligten Länder. Allerdings müssen die Kriterien für die jeweilige Nation zusätzlich angepasst werden. Ziel der Erfüllung dieser Richtlinien ist eine ökologische, naturnahe und nachhaltige Nutzung der Waldressourcen. Zudem muss der Forstbetrieb auch soziale und ökonomische Standards erfüllen.

Die FSC- Zertifizierung setzt sich aus Waldzertifikaten (FSC) und Produktkettenzertifikaten (COC) zusammen. Alle Stationen, die das Holz durchläuft, müssen den Richtlinien entsprechen, sonst wird das FSC- Siegel nicht vergeben. Das bedeutet, dass sich sowohl der Forstbetrieb an die strengen Regeln halten muss, als auch das Sägewerk und alle weiteren verarbeitenden Betriebe bis zum Händler.

Es gibt verschiedene FSC- akkreditierte Zertifizierungsstellen. Diese kann man frei wählen und mit ihnen Kontakt aufnehmen. Nach Vereinbarung und Unterzeichnung eines Vertrages wird der Zertifizierer den Betrieb besuchen und kontrollieren, ob er die FSC Standards erfüllt. Gibt es keine Beanstandung, erhält der Betrieb das FSC- Zertifikat. Wie lange das Verfahren dauert, ist stark abhängig davon, wie schnell man einen Termin bekommt und wie gut betriebsintern die Überprüfung vorbereitet wurde. Das Zertifikat gilt fünf Jahre, in denen der Betrieb jährlich kontrolliert wird. Nach fünf Jahren wird wieder von vorne begonnen und das ganze zu Beginn durchlaufene Prüfverfahren beginnt erneut.

Die drei Kammern des FSC

Für die Zertifizierung und deren laufende Überprüfungen werden die Wälder und Betriebe von Fachleuten überprüft, die vom FSC völlig unabhängig sind. Aber das ist noch nicht alles. Denn das FSC ist in drei Bereiche gegliedert: Richtlinien in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Soziales müssen eingehalten werden. Diese drei Kammern treffen keine eigenständigen Entscheidungen, sie stimmen nach genauen Regeln ab und sind immer auf der Suche nach einem Konsens.

Nach dem Vorbild des FS International sind auch die nationalen FSC Organisationen aufgebaut. Initiiert von einer Privatperson, die den Kontakt zu FSC International sucht und herstellt, werden auf nationaler Ebene ebenfalls mit einem Drei -Kammer- System die Richtlinien für das eigene Land erarbeitet. Diese werden im Anschluss dem FSC International vorgelegt. Man darf nicht vergessen, das es gerade in waldreichen Ländern oft keine demokratischen Strukturen gibt.

Dort müssen erst diese Grundvoraussetzungen geschaffen werden, um ein Gütesiegel überhaupt beantragen zu können. Die Nationalen Richtlinien orientieren sich stark an den allgemeinen Richtlinien. Sie werden durch die teilnehmenden Länder nur noch durch die Indikatoren ergänzt. Das Heißt, es wird festgelegt, an welchen Merkmalen man objektiv erkennt, dass die Richtlinien eingehalten wurden.

Welche Richtlinien gibt es ?

  • Das erste Prinzip umfasst die Einhaltung der folgenden Prinzipien.
  • Das zweite Prinzip verlangt die genaue Dokumentation der Besitzverhältnisse der bewirtschafteten Flächen. Es schützt besonders die Ureinwohner, denen nicht aus Profitgier ihr Lebensraum zerstört werden darf.
  • Das dritte Prinzip bringt das noch einmal klar zum Ausdruck: die Wahrung der Rechte der indigenen Völker.
  • 4. Letztlich soll es durch die Waldwirtschaft allen besser gehen: Sowohl was den Lebensraum und die soziale Interaktion betrifft, als auch den Inhalt der Geldbörse der einzelnen,
  • 5. Natürlich muss sich die Waldwirtschaft auch rechnen und verschiedene Produkte abwerfen.

Versprochen werden muss, dass die Biodiversität erhalten bleibt und unterstützt wird, damit der Wald trotzdem noch Muren abhalten und Lawinen bremsen kann und die Landschaft geschützt und erhalten wird. Gerade dieser Punkt ist für die Bewirtschaftung mit Großmaschinen wichtig, und schwer umzusetzen.

Sicherheitshalber muss der Bewirtschaftungsplan ausgearbeitet werden – und das nicht nur im Kopf des Chefs des Forstbetriebes.

FSC- Recyclingstandard

Nun mussten die FSC- und COC- Standards erfüllt werden, damit der Betrieb das Gütesiegel erhält. FSC- Holz muss den ganzen Produktionsweg hindurch immer als solches erkennbar sein, Vermischungen mit zertifiziertem Holz dürfen nicht stattfinden. Nun soll Nicht – FSC- zertifiziertes Altpapier für das Recycling eingespeist werden? Der zentrale Gedanke dahinter ist, dass Recycling extrem ressourcenschonend ist. Weiterhin darf es keine Vermischung mit reinen FSC- Produkten geben. Damit man das nur nie vergisst, gibt es auch für diesen Betriebszweig mittlerweile einen FSC- Recyclingstandard, der ebenfalls zertifiziert werden kann.

PEFC- Gütesiegel

Ein weiteres Gütesiegel ist das PEFC : Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes – das Programm für die Aenrkennung von Forstzertifizierungssystemen. Wie es bei gekauften Eiern üblich ist, bekommt auch Holz, das nach den PEFC-Richtlinien gewachsen, geschlägert und verkauft wird, eine Nummer. Durch sie lässt sich sowohl das Herkunftsland als auch den Betrieb erkennen.
Während FSC eher in Deutschland vertreten ist, trägt eine große Waldfläche das Gütesiegel des PEFC. Auch dafür ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema und weiters die klare Trennung zwischen zertifiziertem und nicht zertifiziertem Holz. Kurze Transportzeiten und nachhaltige Waldwirtschaft stehen bei diesem Gütesiegel im Mittelpunkt. Weitere Informationen findet man hier: https://www.pefc.at/das-pefc-siegel/

Nachhaltigkeit

Sollte besonders in der heutigen Zeit groß geschrieben werden. Die Fläche der natürlichen Wälder und Urwälder ist in den letzten Jahrzehnten weltweit stark zurück gegangen. Im Gegensatz dazu wächst die Gesamtfläche von Waldplantagen stetig an. Waldwirtschaft wird heute durch genaue Richtlinien geregelt, Gütesiegel wurden entwickelt, um dem Verbraucher mitzuteilen, dass das verwendete Holz von nachhaltiger Waldwirtschaft stammt und der Waldbestand immer wieder aufgeforstet wird. Es ist insgesamt ein wichtiger Schritt zur Erhaltung unserer Erde.