Holz streichen vom Spielhaus

Ein Spielhaus streichen – Gift- und schadstofffrei streichen, lasieren & ölen!

Wer Kinder und einen Garten hat, wird bald auch ein Haus bauen oder kaufen – ein Spielhaus aus Holz. Schließlich sollen es sich die Kleinen auch genau nach ihren Wünschen einrichten können. Das „Bauunternehmen Mama & Papa“ hat aber auch dafür Sorge zu tragen, dass das kleine Holz-Spielhaus nicht der Verwitterung preisgegeben ist. Deswegen sollte man nach einigen Jahren das Spielhaus streichen. Zumindest, bis die Kinder aus dem Alter heraußen sind, sollte es stabil, regendicht und ansehnlich bleiben. Aber auch Teenager ziehen sich mit der besten Freundin oder dem Freund gerne auf einen hochgelegenen Aussichtsturm zurück, wie man auf Spielplätzen zuweilen beobachten kann.

Viele Holzschutzmittel beinhalten chemische Mittel gegen Pilze oder Schädlinge. Dadurch hält das Holz möglicherweise länger – es dünstet aber auch laufend Schadstoffe aus.

Die meisten Eltern machen sich viele Gedanken darüber, wie sie ihre Kinder wenigstens im eigenen Garten vor Schad- und Giftstoffen schützen können.

Die erste Frage, die sie sich stellen, ist:

Ist es überhaupt nötig, das Holz zu streichen und zu behandeln, oder kann das Spielhaus naturbelassen bleiben?

Grundsätzlich ist es nicht unbedingt nötig, das Holz zu behandeln, sofern es nicht im Wasser steht oder sich irgendwo Wasser ansammeln kann. Dazu ist es nötig, das Haus auf Erdanker zu stellen oder ein betoniertes Fundament, sowie ein Traufenpflaster zu bauen.

Das Holz des Spielturms oder Stelzenhauses bekommt mit der Zeit eine graue Patina. Sie erinnert an die in der Landschaft verstreuten hölzernen Scheunen. Das hat für manche Erwachsene vielleicht einen nostalgischen Touch – kleine Kinder mögen ihres aber zumeist quietschbunt.

Welche Farben zum Streichen kann man verwenden, wenn das Kind noch sehr klein ist und eventuell etwas abschleckt?

Lackfarben für Holz

Lackfarben bildet auf dem Untergrund eine dünne, glatte und meist glänzende Schicht. Nach mehrmaligem Auftragen wird diese Schicht natürlich dicker.

Die natürliche Holzmaserung ist bei lackiertem Holz nicht mehr zu sehen. Der Lack verschließt das Holz und schützt so vor Sonne, UV-Strahlung, Regen und Schnee.

Es gibt Lackfabrikate, die als „speichelfest“ ausgewiesen sind. „Sabberlack“ werden diese Lacke auch gerne genannt. Speichel hat die Eigenschaft, dass er Lack absätzen und lösen kann. Speichelfester Lack hält Knutschattacken des Kindes jedoch stand. Er ist im Allgemeinen für Spielzeug gut geeignet.
Die Farben können untereinander gemischt werden.

Durch die lackierte, glatte Oberfläche ist das Holz am Spielhaus nicht mehr griffig und man findet nicht gut Halt. Lack kann auch absplittern, wenn er altert: Dann besteht Verletzungsgefahr. Sobald der Lack Risse bekommt, ist auch der Schutz nicht mehr gewährleistet, denn Lack schützt nur von außen.

Aus diesen Gründen ist Lack für den Holzschutz am Spielhaus nicht gut geeignet – zumindest nicht für Stufen, Handgriffe und andere Flächen, die das Kind erreichen und angreifen kann.

Genügt es, das Holz regelmäßig zu ölen?

Tatsächlich bietet reines Leinöl ausreichend Schutz vor allen Witterungseinflüssen. Allerdings bringt es auch einige Arbeit mit sich, wenn man sich für diese Art des Holzschutzes entscheidet, denn das Spielhaus muss 2-3Mal im Jahr damit eingestrichen werden.

Erst muss der Holzstaub vom Schleifen gründlich entfernt werden, dann wird am Besten mit einem weichen Lappen das Leinöl aufgetragen. Leinöl und Leinölfirnis schützen aber allerdings nicht vor dem Ergrauen des Holzes.

Allerdings dauert es relativ lang, bis reines Leinöl ausgehärtet ist. Bereits reines gekochtes Leinöl härtet schneller aus als ungekochtes, benötigt aber immer noch mehrere Tage.

Deshalb wird stattdessen oft Leinölfirnis verwendet. Das ist gekochtes Leinöl, das mit Trocknungszusätzen vermengt wurde. Diese Sikkative stammen aus der Gruppe der Schwermetallsalze,. Das nimmt Leinölfirnis als Holzschutzmittel die Unbedenklichkeit.

Holzbeize

Es gibt genügend Anleitungen im Internet, wie man Holzbeize beispielsweise aus Stahlwolle und Essig auf natürlichem Weg herstellen kann. Holzbeize lässt die Maserung stärker hervortreten, man kann auch mit Positiv- oder Negativbeize experimentieren. Das Holz wird dadurch in der Farbe verändert und kann auch künstlich altern. Für Innenbereiche eignet sich Holzbeize auf Wasserbasis.

Für den Außenbereich erweist sich Holzbeize mit Lösungsmitteln als haltbarer. Die Beize saugt sich in die oberste Holzschicht. Als Holzschutz vor Witterungseinflüssen dient sie aber nicht ausreichend. Eine Kombinationsbehandlung beispielsweise mit Wachsen oder Ölen ist nötig.

die bedeutendsten Unterschiede zur Lasur liegen darin, dass Beizen gemischt werden können, bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Beizen gibt es in Brauntönen, und Lasuren in verschiedenen Pastellfarben, die allerdings nicht untereinander gemischt werden können.

Holz lasieren beim Spielhaus – was ist der Unterschied zum Lack?

Der Unterschied zwischen Lack und Lasur ist zunächst einmal ein optischer. Lasuren sind zwar nicht immer farblos und durchsichtig. Sie lassen aber immer die Maserung des Holzes erkennen. Füllstoffe und Farbpigmente sind in Lasuren deutlich weniger enthalten als in Lack.

Die Lasur lässt im Gegensatz zum Lack das Holz atmen, ist also offenporig. Trotzdem schützt sie das Holz vor Witterungseinflüssen. Wichtig ist, dass Lasuren nicht mehr aufgehellt werden können. Bei der nächsten Lasur kann nur derselbe oder ein dünklerer Farbton aufgetragen werden. Lasuren können auch nicht beliebig gemischt werden.

Durch die Lasur wird die Fläche auch nicht glatter, denn die Oberflächenbeschaffenheit hängt allein von der Vorbehandlung ab. Alle drei bis vier Jahre sollte die Lasur erneuern werden, denn die Lasur kann zwar nicht abblättern, wird aber mit der Zeit ausgewaschen.

Zu unterscheiden sind Dünnschichtlasuren von Dickschichtlasuren. Auf einer Dünnschichtlasur kann eine Dickschichtlasur aufgetragen werden, umgekehrt aber nicht.

Muss ich das Holz immer wieder behandeln, oder genügt es einmal das Spielhaus zu streichen?

Bei Leinöl ist das Auftragen 2-3Mal im Jahr nötig um ausreichenden Schutz zu gewährleisten.
Lack muss erst gelöst und dann wieder frisch lackiert werden. Wie oft man diese eher mühsame Arbeit durchführen muss, das ist abhängig von der Beanspruchung und den Witterungseinflüssen. Jedenfalls sollte der Lack erneuert werden, sobald sich Risse bilden, denn sonst entstehen Feuchtenester, die das Holz von innen schädigen.

Alle 3-4 Jahre ist die Wiederholung der Lasur nötig.

Was ist Kesseldruckimprägnierung (KDI)?

Bei der Kesseldruckimprägnierung erfolgt unter Vakuum ein Austausch von Wasser gegen Holzschutzsalze auf Bor oder Kupferbasis. Abgesehen vom Preis ist für den Käufer nicht klar ersichtlich, wie lange das Holz dieser Behandlung unterzogen wurde und wie gut die Imprägnierung tatsächlich ist.

Da die Salze vorbeugend auf chemischer Basis gegen Schadinsekten wirken, ist in dieserart behandeltem Holz ein gewisses Maß an Gift enthalten. An vorhandenen Prüfzeichen kann man erkennen, ob die verwendeten Holzschutzsalze wirklich unbedenklich sind und das Holz für ein Spielhaus aus Holz verwendet werden kann.

Es wird häufig angepriesen, dass KDI-Holz nicht mehr behandelt werden muss. Das stimmt nur bedingt, denn natürlich hat die Imprägnierung eine Schutzfunktion. Allerdings auch nicht auf ewig.
Da manche Hersteller braune Farbpigmente hinzufügen oder durch die Anwendung von Chrom- oder Kupfersalzen grüne Färbung entsteht, eignen sich Lasuren weniger für das Behandeln von KDI- Holz. Sie würden die Farbe nicht überdecken. Es gibt Öle, die die vorhandenen Farben auffrischen, oder man lackiert das Holz.

Es stellt sich nun also die Frage:

Wie kann man das Problem „Holzschutz beim Spielhaus“ möglichst gift- und schadstofffrei lösen?

Acryl- Buntlack ist auf Wasserbasis und lösungsmittelfrei, deshalb ist er als Bastellack und für Kinderspielzeug geeignet. Er eignet sich durch seine Wetterbeständigkeit zum Lackieren von Holz, Metall und Hart-PVC im Außenbereich und kann daher für den Gebrauch am Spielhaus verwendet werden.

Praktisch ist, dass hier keine Extra-Grundierung nötig ist. -der Lack ist zugleich die Grundierung. Ein zweiter Anstrich wird also nötig sein. Dass er stoß- und schlagfest ist, ist ebenfalls ein Vorteil. Trotzdem bleibt die Eigenschaft der Lacke, dass sie abblättern und reißen können und dadurch undicht werden. Für den einmaligen Anstrich von 1,2-1,3qm benötigt man eine Dose zu 125ml.

Klarlack von Adler

Klarlack von Adler ist zwar formaldehydfrei und schwermetallfrei, beinhaltet aber Lösungsmittel. Er wird aber als speichel- und schweißecht angepriesen und ist daher laut Hersteller für Kinderspielzeug, wie auch für ein Spielhaus, geeignet.

Osmo-Holzlasur

So grün die Osmo-Holzlasur auch wirkt, bei näherem Hinsehen entdeckt man – nicht in der Beschreibung, sondern im Sicherheitsdatenblatt – den Inhaltsstoff Propiconazol, der im Pflanzenschutz eingesetzt wird, sowie den krebserregenden Stoff 2-Butanonoxim.

Angepriesen wird die Öl-Lasur als hochwertiger offenporiger Langzeitschutz für außen „mit Schutzwirkung“. Die auf natürlichen Ölen basierende Lasur bietet Schutz vor Wind und Wetter, gegen Bewuchs durch Moose und Algen und Ungezieferbefall.
Die Oberfläche muss nur gesäubert aber nicht unbedingt geschliffen sein. Es genügen zwei Anstriche, wobei der erste Anstrich als Grundierung zählt. 26qm können mit 1 Liter behandelt werden.

BONDEX Holzöl

BONDEX Holzöl wirkt schmutz- und wasserabweisend und ist auf Leinöl-Basis. Es bringt den natürlichen Charakter des Holzes erst zur Geltung und hebt die Maserung hervor. Kleingedruckt findet man aber den Hinweis: „Biozidprodukte vorsichtig verwenden“. Also ist auch dieses Produkt leider nicht giftfrei.

Küpper Arbeitsplattenöl

Recht unscheinbar und vergleichsweise günstig ist das „Küpper Arbeitsplattenöl“, das wirklich nur aus naturreinem, kaltgepressten Leinöl ohne Zusätze besteht. Vermutlich aufgrund der kurzen Wirkdauer – Leinöl müsste ja 3-4Mal im Jahr aufgetragen werden – wird es hier nur für Möbel und Innentüren empfohlen. Für ein Spielhaus ist es aber sicher genauso wie Leinöl geeignet.

Xyladecor Holzschutzlasur

Auch die Xyladecor Holzschutzlasur beruht auf dem 2in1-Prinzip. Sie hebt die natürliche Maserung hervor, zieht gut ins Holz ein und blättert auch nicht ab. Es ist ein universelles Holzschutzmittel, das allerdings nicht extra für Kinderspielzeug empfohlen wird.

Clou Hartwachsöl

Clou Hartwachsöl hingegen ist für Spielzeug geeignet. Es liest sich gut, dass das Öl eine antibakterielle Wirkung hat, denn wer möchte nicht alles hygienisch rein haben. Allerdings taucht auch hier als Inhaltsstoff das krebserregende 2-Butanonoxim auf.

Hartwachsöl Evolution von PNZ

Hartwachsöl Evolution von PNZ beinhaltet diesen Stoff laut Inhaltsangabe nicht. Zusätzlich ist es cobaltfrei. Merkwürdigerweise wird es nicht extra für Kinderspielzeug empfohlen.

Die offenporige, atmungsaktive, aber beständige Beschichtung mit Hartwachsöl wird für Innenräume empfohlen, hier aber auch für besonders beanspruchte Flächen. Auch in feuchträumen, wie Bad oder Küche hat sich dieses Hartwachsöl schon bewährt. das lässt den Schluss zu, dass es ebenso wie reines Leinöl durchaus für ein Spielhaus im Garten verwendet werden kann, wenn das Häuschen entsprechend oft nachbehandelt wird.

Bleiben Sie beim Holzschutzmittel für das Spielhaus

Wenn man sich einmal für eine Art des Holzschutzes für das Spielhaus entschieden hat, sollte man für die nächsten Behandlungen dabei bleiben. Die Beschaffenheit von Lack, Lasur, Öl und Beize sind derart unterschiedlich, dass das Spielhaus vor einem Anstrich mit einem anderen Mittel gründlich und tief abgeschliffen werden müsste.

Wichtig: Bei allen Holzschutzmitteln ist es wichtig, darauf zu achten, dass die verwendeten Pinsel gereinigt werden und gut trocknen können. Die Tücher und Lappen werden anschließend ausgebreitet gut trocknen lassen, Denn das Öl kann sich selbst entzünden, wenn der Fetzen zusammengeknüllt in der Mülltonne landet.. Das Öl sollte gut getrocknet sein, bevor die Kinder wieder ihr Klettergerüst und ihr Spielhaus wieder benützen.

Im Vergleich der Holzschutzmittel und Holzfarben konnte man sehen, dass nicht alles, was unbedenklich und naturnah aussieht, auch wirklich bio ist. Es ist erschreckend, aber nicht verwunderlich, wenn nur ganz klein auf der Packung die Zusätze zum Holzschutzmittel angegeben werden. Es liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Familie, die beste Vorgangsweise für die Imprägnierung ihres Spielhauses zu finden.