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Pädagogisches Spielzeug für Kinder – Das müssen Sie Wissen!

Nicht wenige Eltern tappen bei ihrem Nachwuchs in die „Spielzeug-Falle“. Ständig werden neue Spielutensilien angeschafft, aber auch Freunde und Bekannte beschenken gerne und regelmäßig. Letztlich besteht ein Überangebot, das Kinder mehr überfordert, als es für sie nützlich ist. In der Qualität der Spielsachen gibt es große Unterschiede. Häufig wird der Begriff des pädagogischen Spielzeuges verwendet. Im nachstehenden Artikel wird darauf näher eingegangen und am Ende werden anhand von Alterskategorien besonders wertvolle Produkte näher vorgestellt.

Wann sind denn Spielsachen pädagogisch wertvoll?

Zuerst sollte der Begriff „pädagogisch“ genauer betrachtet werden. Er lässt sich durch eine Vielzahl von Adjektiven ersetzen bzw. erweitern, die letztlich meist in die Kategorien Erziehung und Bildung fallen.

Lehrreich, formend, prägend, fördernd, methodisch oder bildend sind allesamt Attribute, die bereits die frühe Kindesentwicklung unterstützen.

Die kindliche Neugier und Entdeckungslust sind Faktoren, die letztlich für die späteren physischen und psychischen Fähigkeiten der Kleinen wesentlich sind. Besonders durch das Spielen regen sich die Sinne und bauen sich immer weiter aus. Eine Voraussetzung ist dafür, dass die Spielbehelfe auch wirklich nützlich und förderlich sind. Genau dann ist der Begriff „pädagogisch wertvoll“ treffend.

Offen ist noch immer die Frage, was sich denn nun konkret zum Spielen anbietet. Grundsätzlich fällt Spielzeug darunter, das vielseitig einsetzbar ist und daher den Entdeckungsgeist anregt. Natürlich sollte dabei auch der nötige Spaßfaktor vorhanden sein, der auch bei regelmäßiger Verwendung der Spielsachen anhält.

Holzspielzeug wird häufig hohe Qualität nachgesagt. Das liegt an den haptischen Eigenschaften des Materials. Aufgrund seiner Beschaffenheit bietet Holz wahre Sinneserlebnisse, die Kinder beim Ertasten spüren. Bei der haptischen Wahrnehmung wird der Tastsinn und die Tiefensensibilität der Haut angeregt.

Was fördert pädagogisches Spielzeug bei Kindern?

Pädagogisch wertvolle Spielsachen wirken sich in vielerlei Hinsicht positiv auf die Entwicklung von Babys und Kleinkindern aus. Durch ihre Schlichtheit schulen sie vor allem den direkten Fokus des Kindes auf die Lösung einer Aufgabe.

Die Konzentrationsfähigkeit schon in frühen Kindestagen zu trainieren, ist für den späteren Alltag enorm wichtig. Schließlich gilt es in einigen Jahren auch unbeliebte Schulfächer zu meistern oder gefahrlos mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Dafür wird mit der richtigen Förderung im Kleinkindalter bereits der Grundstein gelegt.

  • Das Spielen mit Holzspielzeug unterstützt außerdem das räumliche Denkvermögen und die Feinmotorik der Kleinen. Sie werden auch geschult, geometrische Formen zu erkennen und einzuordnen.
  • Ein weiterer Vorteil ist, dasses meist auch keiner Anleitung von Erwachsenen bedürfen. Daraus ergibt sich ein wichtiger Schritt in die Selbständigkeit, aber auch in Punkto Teamfähigkeit im Umgang mit gleichaltrigen Spielgefährten.

Um die Fähigkeiten optimal zu fördern, sollten die Eltern natürlich den individuellen Entwicklungsstand und die aktuellen Interessen ihres Kindes immer wieder überprüfen.

Wichtig ist, dass das Kind den Zielsetzungen bereits gewachsen ist.

Dazu gehört, dass es z.B. die Spielregeln verstehen oder die Anforderungen auch motorisch bereits erfüllen kann. Wird eine Aufgabe nicht bewältigt, so sorgt dieser Umstand für Frustration. Dann sind die Eltern gefragt, ihr Kind zu bestärken und ihm im Umgang mit Rückschlägen zu helfen. Umgekehrt sollte das Kind mit der Lösung auch nicht unterfordert sein. Das Interesse würde dann wohl schnell schwinden. Es ist daher ratsam, beim Kauf neben den Altersempfehlungen immer auch die individuelle Entwicklung zu berücksichtigen.

Der Spaßfaktor darf auch nicht zu kurz kommen. Interessen schwanken im Kleinkindalter häufig. Es sollten jene Themen gefördert werden, mit denen sich der Nachwuchs gerade aktiv auseinander setzt.

Was ist der Unterschied zwischen pädagogischem und „normalem“ Kinderspielzeug?

Kinderspielzeug, das pädagogisch wertvoll ist, haben meist eine Gemeinsamkeit: Sie wirken ziemlich schlicht. Gerade darin liegt jedoch die Besonderheit. Das Kleinkind kann sich gut auf den Gegenstand einlassen und verschiedenste Spielvarianten ausprobieren. Oft werden Kinder von optischen Auffälligkeiten und Geräuschen geradezu überflutet und letztlich überwältigt. Die Beschäftigung ist dann meist nur von kurzer Dauer.

Besonders batteriebetriebenes Spielzeug führen häufig dazu, dass sich das Kind ihnen eher passiv widmet und sich berieseln lässt. Es kommt meist weder zu einem aktiven Handeln des Kindes, noch zur Kommunikation mit anderen Spielgefährten. Auch der Wissensdurst gegenüber den Eltern wird ziemlich beschränkt. Schlicht gestaltetes Holzspielzeug fördert hingegen viel eher die Konzentration, Kreativität und Motorik.

Spielzeug für Babys und Kleinkinder

Ab einem Alter von ca. 2 Monaten steigen die Wachphasen und damit auch die Wahrnehmungen von Babys. Was zuerst noch reflexartige, unbewusste Bewegungen sind, entwickelt sich schließlich zu einem gesteuerten Greifen. Ein Greifling bzw. eine Babyrassel ist für diese Lebenszeit besonders geeignet.

Ist das 6. Lebensmonat erreicht, schärfen sich die Sinne immer mehr. Unterschiedliche Farben regen das Sehen an. Geräusche werden aufmerksam wahrgenommen. Verschiedene Formen lassen sich neugierig durch Tasten erkunden. Gerne nimmt das Baby Gegenstände auch in den Mund. Schlichtes Holzspielzeug ist jetzt oftmals die richtige Wahl. Wichtig ist, beim Kauf darauf zu achten, dass das Holz unlackiert und gewachst ist.

Ist das Holz mit Farbe bearbeitet, so darf diese keinesfalls abfärben. Das sollte vor dem Kauf geprüft werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass keine scharfe Ecken und Kanten vorhanden sind. Pädagogisches Spielzeug zeichnet sich meist auch dadurch aus, dass es nur einen oder maximal zwei Sinne anspricht.

Wenn Babys ab ca. 9 Monaten mobil werden, sollte das auch bei der Wahl der Spielsachen berücksichtigt werden. In dieser Phase spielen die Kinder gerne mit Bauklötzen und Stapelspielen. Ein Kletterdreieck unterstützt wiederum bei ersten Gehversuchen. Das schlicht gehaltene JOWE Kletterdreieck nach Pikler ist z.B. aus robustem Holz der Buche und Birke hochwertig verarbeitet. Es unterstützt die motorische Entwicklung des Kindes ab dem 10. Lebensmonat ideal. Zusammenklappbar ist es außerdem ein platzsparendes Spielgerät.

Spielzeug für Kinder ab 2 Jahren

Durchschnittlich laufen Kleinkinder mit etwa 15 Monaten frei. Mit 2 Jahren erkunden sie ihre Welt bereits mit flinken Schritten. Ihre neu entdeckte Mobilität wollen die Kleinen dann natürlich auch beim Spielen nützen. Neben den motorischen Fähigkeiten verbessert sich auch der aufeinander abgestimmte Einsatz von Augen und Händen. Das bedeutet, dass Kinder ab 2 Jahren in der Lage sind, immer koordiniertere Bewegungen auszuführen. Spiele, die auf die Geschicklichkeit abzielen, sind daher nun besonders interessant. Auch Kletter- und Turngeräte stehen hoch im Kurs. Im Kontakt mit Gleichaltrigen entwickelt sich immer mehr das Spiel im Team. Es macht Freude, einfach Regeln zu befolgen.

Ein nettes Holzspielzeug ist z.B. die Bilderstraße von Selecta. Es besteht aus 8 hölzernen Tafeln mit kindgerechten Abbildungen, die ähnlich einem Puzzle richtig angelegt werden sollen. Kinder können sich damit alleine oder zu zweit beschäftigen. 2-jährige Kinder kennen im Durchschnitt 20-50 Wörter und können schon kurze Sätze bilden. Das Spiel animiert mit seinen Tafeln auch zum Sprechen, da einige Bilder sicher schon erkannt werden.

Spielzeug für Kinder ab 3 Jahren

Bei 3-jährigen Kindern steigern sich Wortschatz und auch bereits Grammatik. Mit fortgeschrittenem Alter zeigen sich immer mehr Fortschritte in Sprache, Feinmotorik und Konzentration. Jungs beschäftigen sich nun besonders gerne mit Baukästen und Legospielen. Dabei baut sich auch ein räumliches und technisches Verständnis auf.

Sehr empfehlenswert ist z.B. der KAPLA 280-Steine Holzbaukasten.
280 Holzbrettchen laden dazu ein, verschiedenste Bauwerke und Kreaturen zu errichten. Mit dem Holzspielzeug werden ein kreativer Zugang ebenso gefördert wie Ausdauer und Geduld.

Auch Rollenspiele mit Dialogen und Verkleidungen werden immer beliebter. Mädchen sind z.B. häufig von Mutter-Kind-Spielen mit Puppen fasziniert. Miniatur-Kaufmannsläden, Puppenhäuser und Spielküchen ergänzen und fördern das Spielerlebnis. In der Kindergartenzeit entwickelt sich außerdem das Verständnis für Buchstaben und Zahlen. Auch das Kennenlernen der Uhrzeit weckt Interesse. Pädagogisch wertvolle Lernspiele fördern das Interesse dafür. Eltern sollten dabei jedoch den Spaß am Spiel vordergründig berücksichtigen und es vermeiden, eine zu hohe Erwartungshaltung an die Kinder zu stellen.